31 (2016)

images
In 102 Minuten erzählt Musiker und Filmemacher Rob Zombie, wie fünf Jahrmarkts-Mitarbeiter, in der Halloween-Nacht 1976, von einer Bande Hinterwäldler entführt und an einen unbekannten Ort gebracht werden, an dem sie ein Spiel auf Leben und Tod spielen müssen. Dieses Spiel heißt „31“.
Man erwartet bei einem Rob Zombie Film bereits einen gewissen Grad an Trash, mit seltsamen Kameraeinstellungen und verworrenen Schnitten. Doch was er hier mit „31“ bietet, hat weder Atmosphäre, noch Substanz. Es ist kein „gutes trashig“.

Die Hintergrundstory, sowie alle Charaktere sind oberflächlich angekratzt, austauschbar und nichtssagend. Man hat keinen Bezug zu den Hauptfiguren, fiebert deshalb nicht mit, als sie in dieses perfide Spiel involviert werden und die Aussicht auf den Tod, entwickelt keine Spannung. Zu keiner Zeit. Selbst dann nicht, als die Protagonisten getrennt und verfolgt werden. Das ändert auch die laute und unpassende Musik nicht. Verwackelte, zu rasch wechselnde Schnitte der Tötungsszenen ebenfalls nicht. Sie irritieren.

Die Dialoge sind die reinste Farce. Sie wirken wie Platzhaltertexte, die das Drehbuch füllen sollten. Selbst der Humor ist zu vulgär und plump, als das er witzig sein könnte. Ich denke, sogar solche Hinterwäldler, als welche sie dargestellt werden, haben ein bisschen mehr in der Birne, als diese lästigen, zu oft auf den Kopf gefallenen Personen, deren Welt auf den Genitalbereich begrenzt ist.

Lediglich die Locations mitsamt der Lichteinfälle sind schön anzusehen. Sie sind düster, gut gewählt und spiegeln die Stimmung wider, die zwar gewollt, aber nicht erreicht wurde. Denn auch der schaurigste Ort konnte bei diesem Streifen nicht mehr behilflich sein.

Schauspieltechnisch wird uns die unterste Kategorie geboten, mit Ausnahme von Richard Brake als Doom-Head, gibt es niemanden, dem man seine Rolle abkauft. Zwar kennt man bereits, dass Rob keine richtigen Schauspieler engagiert, dennoch hatte ich hierbei das Gefühl, nicht einmal Sheri Moon Zombie würde sich noch Mühe geben. Die Bösewichte kommen einem irgendwie bekannt vor, sind laut, nicht sonderlich intelligent, mitunter nervig.

 

Fazit: Die einzigen positiven Aspekte dieses Films sind Location, Licht und Richard Brake (hier nur der Schauspieler an sich, nicht seine anstrengende Rolle des Doom-Head) und vielleicht noch die Grundidee, hätte man sie weiterverfolgt und ausgereift, wobei sie stark an „The Purge“ erinnert. Rob Zombie ist zwar nicht für besonders innovatives Story-Telling oder dergleichen berühmt, aber er konnte dreckige, Laune machende und blutige Horrorkomödien liefern. Das ist hier absolut nicht der Fall. Als Zombie-Fan bin ich wirklich stark enttäuscht und hätte mir dieses Desaster gerne erspart. 1 von 10 Sternen.

 

(1/10)

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

https://www.youtube.com/watch?v=AhHadWdp7oE

Schreibe uns deine Meinung!

Kommentare