Don’t Breathe (2016)

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Die drei kriminellen Jugendlichen Rocky (Jane Levy), Alex (Dylan Minnette) und Money (Daniel Zovatto) brechen in das Haus eines blinden Ex-Veteranen ein, um ihrer Verbrecherkarriere endgültig absagen zu können. Dabei macht ihnen Norman Nordstrom (Stephen Lang) jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Don’t Breathe (2016) ist ein 88 Minuten langer US-amerikanischer Horror-Thriller von Fede Alvarez, dem Regisseur des Evil Dead-Remakes.

 

Leider kann ich den vielen positiven Bewertungen und Kritiken, sowie dem Hype um diesen Film nicht zustimmen. Visuell und akustisch gibt es nichts zu bemängeln. Licht und Ton vermitteln eine bedrückende Atmosphäre und auch die schauspielerische Leistung fällt positiv, wie überzeugend auf. Jedoch kommt nie wirklich Grusel auf. Eher wird der Zuschauer von einem Spannungsmoment in den nächsten geworfen, ohne Pausen, die wieder Spannung aufbauen könnten. Dadurch entsteht ab circa der Hälfte des Films eine schleppende Langatmigkeit, die nicht zu enden scheint. Hinzu kommen mehrere Ungereimtheiten, die unlogisch erscheinen, sowie eine fehlende Sympathie für alle beteiligten Charaktere. Diese hatte schlichtweg keine Zeit sich aufzubauen.

Dylan Minnette und Stephen Lang - DON'T BREATHE © 2016 CTMG

Dylan Minnette und Stephen Lang – DON’T BREATHE © 2016 CTMG

 

**Spoiler ab hier**

Mittlerweile kann ich es nicht mehr sehen, dass das Ende eines Films zu Beginn gezeigt wird. Das war vielleicht mal etwas Neues und anderes, gehört es aktuell zum Standard-Einheitsbrei, der von wenig Kreativität zeugt. Außerdem war es in diesem speziellen Fall mehr als unnötig.

Anfangs habe ich noch den Atem angehalten, als die drei Kids in das Haus eingestiegen sind. Auch wenn mir ihre Motive nicht ganz klar wurden, weil das Leben der Drei scheinbar als zu unwichtig erachtet wurde. Trotzdem war die Atmosphäre gut gelungen, die Stimmung drückend. Doch spätestens nach dem, gefühlt, fünften Mal der vereitelten Flucht, nahm die Spannung ab. Die kontinuierlich anhaltende Hetzjagd wurde schleppend und uninteressant. Der blinde Ex-Veteran mutierte zu einer Art Superman, der sich von Raum zu Raum teleportieren konnte. Zwar hat er den „Heimvorteil“ auf seiner Seite, aber ich empfand es als zu unrealistisch, wie schnell er dann plötzlich, stets rechtzeitig, am Ort des Geschehens aufgetaucht ist. Bis zuletzt blieb auch ungeklärt, wie er sich von den Handschellen befreien konnte. Ein weiterer Patzer war das, auf einmal nicht mehr vergitterte Fenster, durch das Alex flog.

 

Fazit: Don’t Breathe ist ein optisch hochwertiger, düsterer Thriller mit gut gecasteten Schauspielern. Betrachtet man diese Punkte allein stehend, so wäre der Film überdurchschnittlich. Jedoch ist die Story extrem dünn und bietet so gut wie keinerlei Überraschungen. Die vorherrschende Anspannung wirkt irgendwann störend und überladen, weil keine anderen Aspekte mehr aufzeigt werden, was den Film einseitig und flach macht. Die fehlende Identifikation und Empathie zu den Probanden sorgt für weiteren Punktabzug. Im Großen und Ganzen kein empfehlenswerter Horror-Thriller, aus dem die Bezeichnung „Horror“ lieber gestrichen werden sollte, da der Gruselfaktor nicht vorhanden ist. Die 4 Punkte richten sich also an Cast, Location und Technik.

 

(4/10)

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures)

 

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