Grave Encounters 2 (2013)

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Grave Encounters 2 ist die Fortsetzung des großartigen Meisterwerks von „The Vicious Brothers“ Colin Minihan und Stuart Ortiz. Ein 100 Minuten langer US-amerikanisch-kanadischer Horrorfilm über das Übernatürliche im Found-Footage-Stil.

Alex Wright (Richard Harmon) ist ein passionierter Filmstudent und Horrorfilm-Liebhaber, der diverse Kritiken auf seinem Youtube-Kanal bespricht. Nachdem er den Film „Grave Encounters“ zerpflückt und schlecht bewertet, erhält er eine Reihe seltsamer Nachrichten, die allesamt darauf schließen lassen, dass es sich hierbei um mehr als nur einen Film gehandelt habe. Alex findet heraus, dass die damalige Crew 2003 verschwand, als wären sie vom Erdboden verschluckt worden. Gepackt von dieser unglaublichen Story macht sich Alex, zusammen mit seinen Freunden, auf den Weg nach Kanada in die psychiatrische Anstalt, die einst als Collingwood-Psychiatrie bezeichnet wurde. Dabei entdecken die fünf Studenten mehr, als sie sich erhofften.

Es ist nicht unüblich, dass die Fortsetzung eines verblüffenden Films weniger beeindruckt. Dennoch ist „Grave Encounters 2“ nicht das schlechteste Sequel, dass man sich für diese Reihe vorstellen könnte. Die Bild- und Toneffekte sind gut durchdacht, CGI und deutsche Synchronisation sind besser als im ersten Teil, die Schauspieler sind hervorragend, auch wenn ihre Rollen nur wenig Sympathie aufbringen. Leider gefällt mir die Aufklärung und der Hintergrund der Story rund um die Klinik überhaupt nicht. Für meinen Geschmack wird hier zu viel Satire und zu wenig Ernsthaftigkeit eingesetzt. Nach dem „Grave Encounters“ die Geisterjäger-Branche auf die Schippe genommen, ihnen jedoch eine echte, unheimliche Herausforderung beschert hat, hatte ich die Hoffnung, der Nachfolger würde mit ähnlichen, atmosphärischen Elementen auflauern, um letztendlich seine Protagonisten in die Hölle zu schicken. Das Ganze ist leider in eine Art seichter Splatterfilm ausgeufert, deren eigentliche Geschichte in einer Farce endete.

 

**Spoiler ab hier**

Bis zum Zeitpunkt des Betretens der Klinik zieht sich „Grave Encounters 2“ dahin wie alter Kaugummi. Zwar sind die Rezensionen diverser Youtuber zu Beginn witzig und ein netter Seitenhieb auf echte Kritiken des damals erschienen ersten Films (z. B. die schlechten grafischen Effekte). Die Studentenparty im Anschluss ist jedoch ein einziger Lückenfüller, der dem Zuschauer weder die Charaktere näher bringt, noch sonderlich unterhaltsam ist. Alex‘ eigenes Filmprojekt ist ebenfalls nutzlos. Es handelt sich dabei zwar um Anspielungen berühmter Horror- und Splatterfilme mit guter Beleuchtung, jedoch merkt man sehr schnell, dass diese Szenen lediglich der Streckung des Films dienen.

 

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Grave Encounters 2 © 2012 – Tribeca Film

 

Ich mag die Idee aus „Grave Encounters“ eine wahre Begebenheit zu machen. Es erinnert an ein verspätetes „Blair Witch Project“. Nicht so ausgereift und gut inszeniert, dafür als interessante Anspielung und guten Einstiegspunkt in die Fortsetzung. Denn innerhalb des Films, war der erste Film echt und wirkt sich auf die Gegenwart in der Realität des zweiten Teils wider. Der komplette Cast scheint verschwunden, also fragen wir doch mal in der Produktionsfirma nach! Gute Ansätze, leider viel zu langatmig.

Es werden auch Fragen zu den Geschehnissen beantwortet, diese Antworten sind jedoch naja… Geschmackssache. Dafür bleiben andere Fragen offen, was wahrscheinlich gar nicht beabsichtigt wurde. Beispielsweise frage ich mich, warum die Freunde wieder feste Kameras installiert haben, wenn sie doch eigentlich nur herausfinden wollten, ob die Geschichte wahr ist? Warum leiten sie ihre Suche wie eine neue Folge „Grave Encounters“ ein? Wieso haben diese Studenten mehr Equipment als eine Filmcrew dabei? Wie kann es dort Strom geben? Warum ist der Security-Typ so unglaublich leichtsinnig? Und was hat es mit diesem okkulten Doktor auf sich? Die letzte Frage könnte man eventuell mit einer weiteren Fortsetzung beantworten.

Wie ich oben bereits andeutete, ist nicht alles an diesem Film schlecht! Es gibt einige eindrucksvolle Szenen in Bezug auf die Kreaturen und die Art und Weise wie das Haus mit den Protagonisten spielt. An dieser Stelle muss ich einfach erwähnen, dass Sean Rogersons schauspielerische Leistung absolut genial ist und seine bisherige nochmals um Längen überbietet! Atmosphärisch gesehen, befinden wir uns aber nicht mehr in dem Schauer-Szenario von Teil eins, das einem mit subtilen Mitteln das Gruseln beibringt. Hier geht es rasanter zu. Mehr Action. Mehr Blut. Weniger „was lauert in der Ecke?“.

 

Fazit: In „Grave Encouters 2“ gibt es sehr gelungene Inszenierungen, die dem Titel „Grave Encounters“ würdigt sind und den Film sehenswert machen. Er ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger storytechnisch eher flach, beinhaltet ein paar Lückenfüller und blutige Nahaufnahmen. Dennoch kann man sich darauf freuen ihn anzusehen! Im Großen und Ganzen besser als der Durchschnitt, deshalb gibt es von mir 7 von 10 Punkten. Meine Empfehlung ist jedoch ihn nicht als alleinstehenden Film anzuschauen, da eventuell einige Wissenslücken vorherrschen könnten.

 

(7/10)

(Rechte für Grafiken liegen bei The Vicious Brothers / Tribeca Film)

 

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