The Shrine (2010)

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The Shrine“ (2010) ist ein 85-minütiger, klassischer Horrorfilm aus Kanada. Er zeigt die Geschichte der jungen, ambitionierten Journalistin Carmen (Cindy Sampson), die sich, auf der Suche nach einem bahnbrechenden Artikel, auf die Spuren eines verschwundenen amerikanischen Rucksacktouristen macht. Dazu reist sie gemeinsam mit ihrem Freund und Fotografen Marcus (Aaron Ashmore) und Praktikantin Sara (Meghan Heffern) in ein abgelegenes polnisches Dorf. Dort angekommen sind dessen Bewohner mehr als erbost über die Anwesenheit der Protagonisten. Eine wilde Hetzjagd nimmt ihren Lauf.

Trotz einiger Patzer, wie beispielsweise der miesen Klischees über Polen und teilweise fehlender Untertitel, ist „The Shrine“ durchaus sehenswert, weil atmosphärisch und interessant. Ein Effekt-„Wunder“ sollte man nicht erwarten, trotzdem ist das Make-Up originell und liebevoll gemacht. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich jedoch die englische Original-Fassung ansehen, da die deutsche Synchronisation leider etwas schwach ausfällt. Ich kann diesen Film nur empfehlen.

 

**AB HIER SPOILER**

Zu Beginn werden dem Zuschauer die Hauptcharaktere und deren Motivation, sich auf eine journalistische Exkursion nach Polen zu begeben, in einer knackigen und kurzatmigen Einleitung erläutert. Die Geschichte ist von Anfang an interessant und verzichtet auf unnötige Lückenfüller.

Leider ist das abgelegene Dorf in Polen nicht über das 15. Jahrhundert hinaus gekommen, was so manch einen entweder sauer aufstoßen oder in herzliches Lachen ausbrechen lässt. Menschen, die der polnischen Sprache mächtig sind, werden sofort bemerken, welcher Schauspieler Pole und welcher kanadischer bzw. amerikanischer Abstammung ist. Was mir persönlich wieder ein lautes Lachen der Kehle entlockte. Für alle anderen macht es nur wenig Unterschied, denn es gibt keinen Untertitel. Meistens ist das auch nicht von Bedeutung, da man dem Kontext gut folgen kann. Lediglich an der Stelle, als die beiden Frauen in die Ruine geführt werden, Marcus jedoch im Wald sein eigenes Grab schaufelt, fragt man sich, wieso. Zur Klärung dieser Frage: die Frauen sahen zu diesem Zeitpunkt bereits die Statue des Teufels, weshalb sie laut der Dorfbewohner in einem Ritual getötet werden müssen. Für den Mann gab es schlichtweg keine „Verwendung“ mehr, deshalb sollte er erschossen werden.

Meine persönliche Lieblingsszene ist zweifellos die, in der die Frauen durch den dichten Nebel waten, um die Teufelsstatue zu erblicken. Es ist, wie der ganze Film, nicht gruselig, aber sehr atmosphärisch und eindringlich. Allzu viel möchte ich hier aber nicht verraten. Seht es euch am besten selbst an.

Des Weiteren geizt „The Shrine“ nicht mit blutigen Szenen, jedoch nicht überflüssigerweise oder gar im Stil eines Splattermovie, sondern gerade richtig, um die Authentizität zu bewahren. Selbst zuletzt, als Carmen während ihrer Besessenheit eine Familie tötet. Die verzerrten Gesichter, die die junge Frau dabei sieht, sind kreativ und Oldschool (was mir persönlich sehr gut gefallen hat).

Das Ende des Films allerdings ist ziemlich schwach, weil die Hintergründe zu dem Fluch nicht erklärt werden und den Zuschauer unaufgeklärt zurück lässt. Hierfür hätten zwei, drei Dialogsätze mehr nicht geschadet.

 

Mein Fazit: Kann man gesehen haben! Sollte man aber nicht immer ernst nehmen.

Punkteabzug gibt es wegen der genannten Mängel, die trotzdem nichts an der Atmosphäre und der alten, aber guten Story ändern.

 

(7/10)

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Films www.ifcfilms.com)

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