Seekers (2015)

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Bei „Seekers“ (2015) handelt es sich um einen deutschen Low-Budget-Film im Found Footage Stil. Dabei reisen die Freunde Mike (Robin Czerny), Eileen (Christine Winter), Sarah (Verena Puhm) und George (Joel Sansi), ausgerüstet mit Kameras und einem fremden Kameramann, in die tiefsten Wälder Polens, um eine Dokumentation über ihr gemeinsames Hobby zu drehen: Geocaching. Eine moderne Form der Schatzsuche, bei der Caches überall in der Welt zerstreut gefunden werden können.

Klingt spannender, als es ist. Denn leider ist dieser Film pure Zeitverschwendung und trägt nicht gerade zu einem besseren Image deutscher Horrorfilme bei. Kurz gesagt bietet dieser Film nicht mehr als ein paar Ansätze, die leider nicht konsequent verfolgt werden, Langatmigkeit, schlechte Bild- und Tonqualität, eine katastrophale Schauspielleistung (mit Ausnahme von Christine Winter, die über eine natürliche Aussprache und emotionales Schauspiel verfügt) und eine flache, unausgereifte Story, sowie ein Skript mit schwachsinnigen Dialogen.

**AB HIER SPOILER**

Im Detail betrachtet dienen die ersten 30 Minuten des Films dazu, dem Zuschauer die Charaktere näher zu bringen und die Story einzuleiten. Unglücklicherweise findet sich hier bereits der erste Fehler. Denn auf die Hintergründe der Personen, deren Persönlichkeit, sowie die Motivation diese Exkursion anzugehen, wird weder erläutert, noch wird sie im Laufe des Films klarer oder interessanter. Angefangen mit den englischen Namen, der deutschen Geocacher, die mit jedem Mal Aussprechen unglaubwürdiger klingen, bis hin zu dem verwirrten Start dieser Reise (wieso erwischt George den Zug nicht, obwohl die Truppe doch gemeinsam am Abend vorher noch Pläne geschmiedet hat?)

In den darauf folgenden Minuten wird erzählt, wie sich fünf erwachsene Menschen vor einem Auto im Wald verstecken, der Fahrer des Autos einen Sack in besagten Wald wirft und die Gruppe dann weiter zieht. Warum frage ich mich. Diese Begebenheit wird später nicht erläutert, sie war nicht atmosphärisch und wirkt eher wie ein flacher Versuch das Ankommen in Polen dramatisch oder suspekt zu gestalten, was fast schon als klischeehaft angesehen werden kann.

Als die Gruppe an einem angeblich abgelegenen und verlassenen Hotel ankommt, in das sie einbrechen, lassen Bild- und Tonqualität mehr und mehr nach. Teilweise sieht man nur noch einen Brei aus Pixels, was sichtlich nicht gewollt ist. Außerdem wird nicht ganz klar, ob die Truppe nur in diesem Hotel nächtigen möchte, oder nach wie vor einem Cache auf den Grund gehen möchte, denn der ursprüngliche Aspekt der Story gerät immer mehr in den Hintergrund und wird nur noch stiefmütterlich behandelt. Seltsam ist ebenfalls, dass der Eingangsbereich des Hotels modern, sauber und fast schon bewohnt aussah, wohingegen der Rest nach und nach schmuddeliger und schimmliger wird, als hätte man die Location irgendwann gewechselt.

Unklar bleibt, weshalb mehrere Kameras in einigen Fluren fest installiert werden, warum der Kameramann oft vor den Protagonisten im Raum steht, scheinbar permanent rückwärts laufend, um sie zu filmen, wie sie diesen „unbekannten neuen Raum“ entdecken. Dazu kommen die verwirrenden Schnitte, die zwischen den Beteiligten springen, als sich die Gruppe halbierend aufteilt. Es wird an diesen Stellen nicht klar, ob man nun einen Handlungsstrang verpasst hat oder bei welchen Personen man gerade zusieht.

Die eigentliche „Story“ des Hauses wird in zwei kurzen Sätzen angeschnitten, bei denen Mike und George mit ihrem Zauber-Macbook (zuvor hatte niemand Empfang an den Handys, aber wenn man es braucht, gibt es WLAN!) danach gegoogelt haben. Scheinbar wohnte einst eine Familie in diesem Hotel(?) mit einer Tochter, die von ihren Eltern gequält wurde. Logisch. Deshalb steht Sarah zwei Nächte hintereinander auf und verschwindet dann, um die restlichen Freunde zu jagen und sie anzuschreien. Zwar befinden sich diese in der Überzahl, rennen jedoch kreischend davon, als sie die junge Frau im weißen Nachthemd (welch Klischee) sehen. Natürlich sterben nach und nach alle. Die Spitze der Absurdität wird erreicht, als Mike aufgrund einer Platzwunde, von der er nicht einmal ohnmächtig geworden ist, stirbt! Auch hier war die schauspielerische Glanzleistung nicht zu überbieten und ich habe meine Bauchmuskulatur durch herzliches Lachen trainieren können.

Der rote Faden dieses „gewollt, aber absolut überhaupt gar nicht gekonnt“-Dramas mündet in einem weiteren Pärchen, das wohl einige Zeit nach Ableben der Hauptdarsteller in selbigem Hotel ankommt. Die Herkunft des Geocaches bzw. der Grund weshalb in dieses Hotel eingebrochen wurde, ist scheinbar zu uninteressant gewesen ihn zu erklären. Einen erschreckenden Plot Twist gab es ebenfalls nicht.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich als Liebhaber von Low-Budget-Found-Footage-Filmen, schwer unterwältigt bin. Der Film ließ mich absolut kalt. Ich hätte gerne meine 90 Minuten wieder.

 

Aufgrund der passablen bis guten Leistung erbracht von Christine Winter (Eileen), vergebe ich einen Stern. Mehr ist hier leider nicht drin.

 

(1/10)

(Rechte für Grafiken liegen bei Matador Film www.matadorfilm.de)

 

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